Die Schwierigkeit im Bekommen eines Visums für das Land der großen Freiheit liegt eigentlich nur darin alles so zu machen, wie man es gesagt bekommt (auch bekannt als Forrest Gump Methode). Man sollte verstehen, dass ein Land wie die USA ihre Visa nicht verschenken können, denn sie haben ja schließlich das was alle wollen: Freiheit.
Es scheint also nur logisch, dass dieses prominente Land seine Freiheit schützen möchte – vor allem gegen langhaarige Bombenleger wie meinen Mitreisenden. (Um ehrlich zu sein muss ich gestehen, dass ich ihm auch erstmal kein Visum ausgestellt hätte.) Warum es bei mir so einfach war mit dem Visum:
- Berlin – Im Gegensatz zu München sind die Konsularbeamten freundlich und sprechen Deutsch.
- Hemd – Ein weißes in die Hose gestecktes Hemd zeigt, dass man keine bösen Absichten hat. Wer außerdem im Umgang mit einem Nassrasierer geschult ist, hat noch bessere Karten.
- Pünktlichkeit – Eingeweihte wissen, dass man schon um 7.30 Uhr in die Botschaft gelassen wird und dann nicht warten muss, da von den 5 anderen die auch so früh da sind die Hälfte eine Waffe mit sich führt (also ein Mobiltelefon, nen Rucksack, ne schwere Jacke oder nen Gürtel).
- Gründlichkeit – Der gut vorbereitete Antragssteller hat seine Unterlagen vollständig und gründlich exakt nach der Anleitung ausgefüllt, wodurch quasi keine Wartezeiten in der Botschaft entstehen. In Berlin wird man auch mit seinem Namen aufgerufen (kein Nummern ziehen). Es hat sich gezeigt, dass dabei nicht arabische Namen durchaus von Vorteil sein können.
- Verständnis – Wenn man an der amerikanischen Freiheit teilhaben möchte, dann muss man verstehen, dass diese nicht verschenkt werden darf. Die Feinde dieser Freiheit sind überall, nicht nur im nahen Osten, Kuba, Venezuela oder Nordkorea. Deshalb ist es nur verständlich, wenn man nach seinem und dem politischen Hintergrund der letzten fünf Generationen gefragt wird und seine Fingerabdrücke hinterlegen muss.
- Lächeln – Wer freundlich guckt, der kann der Freiheit nichts böses wollen und dem werden auch keine Steine in den Weg gelegt. Da nickt selbst der (zum Schutz der Freiheit) bis unter die Zähne bewaffnete GI freundlich zurück beim Betreten der Botschaft.
- Glück – Der junge und gut aussehende (räusper) Deutsche hat das Glück an eine hübsche, freundliche und hilfsbereite Konsularbeamtin zu geraten, welche keine Steine in den Weg legen möchte. Deshalb stellt sie auch nur drei Fragen, wofür sie knapp ne Minute braucht und dann kurz und nett sagt: „Ihr Visum wurde genehmigt.“
- Affiliation – Im Extremfall kann es auch mal dienlich sein ein Base cap von den NY Yankees zu tragen oder auch Star-spangled Banner zu summen.
Nach zwei Tagen liegt dann das Visum im Briefkasten, gültig bis 2018, welches zur mehrfachen unbegrenzten Einreise befähigt. Das war einfach.