An einem Montag im September verließen wir die Traumstadt Cincinnati und machten uns auf ins Land der Berge und Hinterwäldler. Wir durchquerten das nicht weiter erwähnenswerte Kentucky und fuhren in die Appalachen ein. Die Menschen die in dieser Gegend wohnen werden allgemein alsHillbillys bezeichnet, weil sie in den Bergen wohnen und allesamt auf den Namen Billy hören – sagt man. Wenn man nicht gerade zum Kayaken, Klettern oder Mountenbiken in diese Gegend fahren will, dann sollte man es lassen. Der handelsübliche Billy fährt einen Pickup Truck und spricht sehr unverständlich.
Hier ein Exempel:
Nach 7 Stunden im Auto schlugen wir unser Nachtlager an einem auf dem Weg liegendem Campingplatz auf. Der Eigentümer, wie sollte es auch anders sein, war gerade dabei geschlachtetes Fleisch in Gläser zu stopfen – versteht sich, was sonst. Trotz seiner sehr undeutlichen Sprache konnten wir uns einigen. Am nächsten Morgen hatten wir ein üppiges Frühstückim angeschlossenen Diner, welches für uns beide ununtertreffbare 5,73 Dollar kostete (dafür kriegt man in New York keinen Kaffee).
Unsere Fahrradmietstation lag am Fuße des höchsten Berges Virginias. Theoretisch hätten wir den Radweg einfach nur bergab fahren sollen und nach 33 km von einem Shuttlebus wieder zurück zu unserem Auto gebracht werden – dafür sollten wir dann 3 Stunden brauchen. Nachdem wir die Hälfte der Strecke aber schon in 30 Minuten hinter uns gebracht hatten, gingen wir erstmal baden (siehe Foto). Am Fuße des Radweges war es gerade mal 13 Uhr, also entschieden wir uns über die Straße zurück zu fahren. 40 km bergauf…..gute Idee. Nach 5 km beschloss ich Mirko an der ersten Steigung trocken stehen zu lassen. Von da an fuhren wir einsame Rennen gegen den Berg, was dazu führte, dass Mirko an der ersten Kreuzung erstmal geradeaus fuhr, anstatt rechts abzubiegen, von einem Hund verfolgt wurde und werweiß was noch. Etliche Meilen weiter bergauf kämpfte ich währenddessen mit den nicht enden wollenden Steigungen und Serpentinen und bekämpfte den eintretenden Kraftverlust mit Fluchen – das half, scheiß Berg.
Oben angekommen erwartete mich die Verleih-Omi, eine sehr nette alte Dame. Nach einem kurzen Schwatz über die guten alten Zeiten und einer Dr. Pepper fuhr ich Mirko mit dem Auto entgegen. 7 Meilen weiter talwärts kam mir dann ein erschöpfter Radfahrer entgegen, der mein Mitfahrangebot gerne wahrnahm. Schön wars.
Die letzten Tage haben wir sowohl in Cincinnati bei Philip als auch drei Tage mit ihm zusammen in Chicago verbracht.
Chicago: Dank des Ausläufers von Ike hatten wir permanent Nieselregen, aber ansonsten war Chicago eine durchaus löbliche Stadt. Insbesondere das Nachtleben hat uns gefallen (Mädchen-Elektrobands deren eines Mitglied sich nackt über den Boden des Clubs wälzt; Jukeboxes in Kneipen mit Parliament, Nirvana, Rage against the Machine und Konsorten; Herrentoilletten in denen Mädels die Pissoirs benutzen; Bars mit 5-Dollar-Cocktails) und auch wenn ich elektronischer Tanzmusik sonst indifferent bis ablehnend gegenüber stehe: In Chicago gibt es einen DJ der es tatsächlich geschafft hat so gut aufzulegen und zu mixen, dass ich, bis die Lichter angingen, getanzt habe…
Cincinnati: Unspektakuläre Großstadt in Ohio. Ohne Philip definitiv kein Reiseziel. Dank Ike fiel gestern in der gesamten Umgebung der Strom den halben Tag ab mittags aus. Daher sahen wir uns gegen 14 Uhr gezwungen, dass Bier zu trinken (bevor es noch warm wird!). Danach erinnerten wir uns der Regel „kein Bier vor vier“ und scannten die Minibar des Hausherren. Während wir anschließend den besten Single-Malt-Whiskey von Philips Stiefvater tranken (bevor die Eiswürfel schmilzen!) konnten wir den Dachschindeln unseres Nachbars beim herumfliegen zusehen.
Nach ein paar Runden „Stadt, Land, Fluss“ (Gibt es eigentlich einen verdammten Fluss mit „Z“?) begaben wir uns in die Cafeteria des nahegelegen Krankenhaus. Dank der Dieselgeneratoren konnten dort Kartoffelstäbchen frittiert und Burger zusammengebaut werden, außerdem lief Football im Fernsehen – ein Traum.
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Die letzten Tage zum zweiten:
Sie und die letzte Woche in den USA sind angebrochen, gleich werden wir in Appalachen fahren und dort morgen hoffentlich Mountainbikes mieten und durch das Gebirge heizen.
Freitag geht es dann nach New York, Auto abgeben und dann nach Newark zum Flughafen.
Einfahrt nach Toronto. Das Wetter meinte es an diesem Tag nicht so gut mit uns, aber wir hatten uns ja ein paar Stunden vorher in den reißenden Strömungen des River Rogue schon an Wasser gewöhnt…
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Dieses orange-mint-farbene Gefährt ist ein typisches torontisches Taxi. Nahezu alle Taxis sind in sämtlichen Kombinationen zweifarbig, ein weiterer Beweis des ausgeprägten kanadischen Sozialbewusstseins, das es nicht erlaubt eine einzelne Farbe zu diskriminieren.
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Und siehe da, es wurde doch noch schön…
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Blumentopf
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Leider haben wir es nicht dorthin geschafft…
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Sehr coole Bar fast direkt neben unserem Hostel
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Am nächsten Tag: Niagara Fälle
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Sehr beeindruckend
Auf der anderen Seite befinden sich die USA. Und wie benennen diese in einem Anfall kreativer Extase die Wasserfälle links? Richtig: American Falls.